Die meisten Menschen würden sich auch bereitwillig impfen lassen, wenn sie es nicht immer schlichtweg vergessen würden oder die Angst vor Nebenwirkungen nicht wäre. Im Jahre 1967 wurde auf Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Schutzimpfung gegen Pocken weltweit zur Pflicht. Dank dieser Maßnahme trat 1977 der letzte Pockenfall in Somalia auf und die WHO erklärte die Welt Anfang der achtzigerJahre für pockenfrei.
Da es in den alten Bundesländern Deutschlands seit Anfang der 80er Jahre und in den neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung keine Impfpflicht mehr gibt, ist es die Aufgabe des Arztes, für einen ausreichenden Impfschutz seiner Patienten zu sorgen. Dies befreit aber nicht jeden Einzelnen davon, sich mit dem Thema Impfen zu beschäftigen und selbst die Verantwortung für den eigenen Impfschutz und den der Familie zu übernehmen. Viele Eltern glauben noch immer, dass das "Durchmachen" der heutzutage scheinbar "harmlosen" Kinderkrankheiten notwendig sei.
Doch weit gefehlt: Jede Infektionskrankheit kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. So ist bei einer von 2000 Masernerkrankungen mit einer Hirnhautentzündung zu rechnen, und auf etwa 10.000 Erkrankungen kommt ein Todesfall. Das Risiko, dass der Impfling ernsthaft an einer Nebenwirkung erkrankt, ist dagegen äußerst gering. Die Häufigkeit von Impfschäden ist kleiner als 1:1 Million!
Nur gut informiert kann jeder für sich selbst entscheiden, ob und wogegen er sich impfen lassen möchte. Eine wichtige Informationsquelle ist und bleibt hier der Arzt.